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Mittwoch, 19. August 2009

Von Onzain nach Amboise (21 Km)

         
Der Schlaf wollte nach dem nächtlichen Intermezzo einfach nicht mehr kommen. Ausser den Kartenspielern hört man auch von Zeit zu Zeit einen lauten Zug, denn die Eisenbahn führt nur ein paar hundert Meter entfernt am Loireufer entlang.

Wir sind unausgeschlafen und nicht gerade guter Dinge, als wir heute morgen die Auffahrt hinunter gleiten und uns auf die kleine D 58 werfen, die am rechten Talrand nach Westen führt. Zudem raubt uns die Aussicht auf einen erneut sehr heissen Tag (die Wetterberichte in den Zeitungen übertreffen sich gegenseitig mit Superlativen) die Lust auf eine Fahrt in die Innenstadt von Tours, denn genau das steht heute auf dem Programm.

Vor dem Auschecken haben wir am Morgen noch versucht, ein Zimmer im Süden von Tours flott zu machen, um die Stadt zu umfahren, aber leider ohne Erfolg. Denn entweder sind die Unterkünfte unserer Wahl (Logis de France- oder Bikeline-Verzeichnis) ausgebucht oder es geht niemand ans Telefon. Und die beiden Residenzen, die im "Relais-du-Silence"-Führer, der im Hotel ausliegt, aufgeführt sind, übersteigen dann doch unseren finanziellen Rahmen. Also doch nach Tours? Wieder ein Stadtbesuch bei dieser Hitze? Das will uns heute irgendwie gar nicht recht schmecken.

Wir rollen also erstmal gemächlich die kleine D58 entlang und es ist ruhig bei zuerst noch vertretbaren Temperaturen. Um halb elf queren wir den Fluss und radeln in die Innenstadt von Amboise, setzen uns ins erstbeste Café und schauen uns an. Grosse Lust hat heute keiner von uns beiden.
 
 




Wir sind müde und eigentlich haben wir seit Chartres nicht mehr richtig geschlafen. Auch hat die Fahrt über die "Getreidewüste" während dieser ersten Tage nicht wirklich Freude bereitet. Eigentlich wollten wir bei mildem Klima durch grüne Landschaften radeln und uns nicht durch eine Halbwüste kämpfen, die mehr an Spanien oder Portugal erinnert.

Amboise ist auch deswegen ein Touristennest, weil es eine nette Altstadt hat. Abgesehen vom Schloss natürlich. Warum also nicht einen Tag in einer niedlichen kleinen Stadt verbringen? So stehen wir denn Schlange in der Touristeninfo (als ob man in der Sauna wäre) und bald darauf checken wir in einem Hotel unten am Fluss ein. Schöne Lobby, kleines Zimmer mit riesigem Ventilator, der später die ganze Nacht laufen wird.

Mittags essen wir Spaghetti Bolognese und den Nachmittag verbringen wir - nach der obligatorischen Siesta - mehr oder minder in einem Strassencafé am Fusse des Schlosses. Lust, die steile Rampe zum Schloss empor zu wandeln hat erstmal keiner von uns. Margrit nimmt sich dann aber doch noch ein Herz und fotografiert mich nach Paparazzi-Art von oben. Am Abend wird's unten am Fluss noch so richtig kitschig-schön mit Sonnenuntergang, Heissluftballons und den zurückkehrenden kleinen Ausflugsbooten. Hat gut getan, dieser Tag