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Der komplette Reisebericht
ohne Fotos als PDF
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Wie
kommt's? Wachau? Also Donauradweg? Und Neusiedler See? Passt das?
Vor allen Dingen auch zu uns? Und wie kommt man drauf?
Also, das war so: Im Frühjahr dieses Jahres weilten wir für
ein verlängertes Wochenende in Wien. Bei diesem Ausflug hinterliess
nicht nur die Stadt einen grossen Eindruck auf uns, auch die Zugfahrt
steckte voller Appetitanreger für uns Reisehungrige. Namentlich
die Passage um Salzburg herum und zwischen Linz und dem Wiener Wald
fanden wir, durchs Zugfenster betrachtet, durchaus lecker, die flüchtigen
Impressionen der schnell vorbei rasenden Bilder wurden vorsichtshalber
mal auf der inneren Festplatte abgelegt. Nachdem im Frühsommer
eine Reise nach Westen, bis an die Atlantikküste, auf dem Programm
stand, schien als Ergänzung dazu ein Trip in Richtung Osten
das diesjährige Reiseprogramm ideal abzurunden.
Nun, in drei Ferienwochen kann man schon einiges auf die Beine stellen,
man muss sich lediglich für eine Route entscheiden, hat also
gewissermassen die Qual der Wahl. Im Prinzip könnte man schon
von der eigenen Haustür aus los radeln und der Donau von ihrem
Ursprung aus bis nach Wien folgen. Das hätte den Vorteil, dass
ich erneut meine persönlichen Lieblingsgegenden an der oberen
Donau geniessen könnte, vielleicht bei besserer Witterung als
es im Mai der Fall war. Doch die Donau als solches ist eigentlich
gar nicht das Hauptthema, es geht vielmehr um gewisse Landstriche
im Bayerischen und Österreichischen Voralpenland, eben jene,
die uns während der Zugfahrt so gefielen. Nach ausgiebigem
(und natürlich auch lustvollem) Planen entstand schliesslich
diese Variante: Zugfahrt bis München, von dort Radreise zum
Chiemsee und Simssee, weiter zur Donau. Dem Fluss durch die Wachau
gefolgt, Wien südlich durch den Wiener Wald umfahren und im
Anschluss daran noch durchs Burgenland - mit kurzem Blick auf den
Neusiedler See und seinen Nationalpark und mit der Stadt Graz als
Endpunkt der Reise.
Als Frühbucher bekommt man immer diverse Vergünstigungen
und bald nach unserem Wien-Aufenthalt begeben wir uns frohen Mutes
in unsere Lieblingsticketeria am Oerlikoner Bahnhof (die mit dem
rührigen Herrn hinterm Schalter, der uns fast jedes Mal betreut),
um die Zugpassage für das oben beschriebene Unternehmen flott
zu machen. Zürich-München inklusive Velomitnahme im EuroCity
ist eh kein Thema, die Rückfahrt von Graz nach Zürich
gestaltet sich jedoch umständlich. Die Rückreise würde
mehr Zeit in Anspruch nehmen, als wir dafür eingeplant hatten
und so lassen wir das Ende der Reise erstmal noch offen, buchen
jedoch schon mal eine Zugfahrt von Wien nach Zürich mit der
CityNightLine.
Im Laufe der nächsten Wochen bekommt dann der Neusiedler See
eine gewisse Relevanz: Internet-Recherche,
Jugenderinnerungen und die neu erwachte Lust an der Vogelbeobachtung
bringen uns auf die Idee, die komplette letzte Reisewoche dort zu
verbringen und die Fahrt durchs südliche Burgenland bis nach
Graz auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Und weil
wir grad dabei sind, buchen wir am Neusiedler See auch gleich eine
Unterkunft für diese letzte Urlaubswoche - ist ja schliesslich
eine hochtouristische Gegend. Das erweist sich als gar nicht so
einfach. Erst nach einigen Telefonaten finden wir noch ein freies
Zimmer, und zwar auf einem Reiterhof.
Wie das wohl werden wird? Die Website sieht jedenfalls schon mal
gut aus.
Hellhörig geworden, von wegen Übernachtungsangebot und
Hochtourismus und Ferienzeit, versuche ich auch im Münchner
Süden schon mal ein Zimmer für die erste Tagesetappe zu
bekommen, aber auch dort ist erst der soundsovielte Anruf erfolgreich.
Aha: Voralpenland. Beliebte Ferienregion plus Festspiele in Oberammergau
plus Bundesgartenschau in Rosenheim. Angesichts dieser für
uns nicht ganz einschätzbaren Situation entscheiden wir uns
dafür, die Übernachtungen der ersten fünf Etappen
im voraus zu buchen. Was später dann bezüglich der Unterkünfte
geschieht, vor allen Dingen auf dem Abschnitt entlang der Donau,
DER Radlerautobahn schlechthin, werden wir sehen. |