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| Klingt auf Englisch ausgesprochen
wie der Spitzname eines dem Hochprozentigem zugetanen und mittlerweile entthronten
Tour de France-Seriensiegers. Der Name unseres heutigen Etappenortes. Börbn-Länzi.
Dabei war's doch gar nicht Bourbon, sondern EPO...äh... Jedenfalls,
wenn man 90% der Etappe der Tagesetappe auf schnurgeraden Wegen in einem
Korridor aus dichter Vegetation eintönig vor sich hin pedaliert, kommt
einem halt so ein Quatsch in den Sinn. Angesichts der nicht wirklich guten
Wettervorhersage für die nächsten Tage haben wir beschlossen,
die Strecke bis Nevers in drei kurze Abschnitte aufzuteilen. Die Wolken
verheissen nichts Gutes und nachmittags soll es gar regnen, verkündete
die französische Wetterfrau im Fernsehen. Hier hat es sich nicht geirrt,
das charmante Wesen.
Morgens queren wir die Loire, finden nach ein paar Kilometern den Einstieg zum dem Kanal begleitenden Asphaltband und folgen diesem bis zur nächsten Stadt, Diou. Auch heute ist der Chor der Laub-, Busch- und Wiesensänger wieder vollständig angetreten, begleitet von etlichen Graureihern und Schwarzmilanen. Gestern haben wir an der Loire noch einen Seidenreiher mit seinem kecken Federschopf gesehen - das nur um die ornithologische Bestandsaufnahme zu komplettieren. Wenn man ein anderes Land bereist, stösst man bisweilen auf merkwürdige Angewohnheiten seiner Einwohner. Eigenheiten, die uns selber wesensfremd sind und die wir zuhause so gut wie gar nicht praktizieren. Für uns ungewohnt ist beispielsweise das Laufenlassen des Fahrzeugmotors, wenn man ihn eigentlich gar nicht benötigt und man ihn abschalten könnte, um Treibstoff zu sparen und die Umwelt zu schonen. |
Leute, die beim Bäcker ihr Baguette holen, vor dem Geldautomaten Schlange stehen oder Lieferanten, die ihren Lieferwagen ausladen - hier muss der Motor einfach weiterlaufen, keine Ahnung warum. Diesbezüglich beobachten wir heute ein besonders schönes Beispiel fremdländischer Sitten und Gebräuche: Ein städtischer Angestellter muss die Meilensteine entlang des Kanals von Gras, Gestrüpp und anderem Bewuchs befreien und benutzt dazu so ein Mähmaschinchen mit Verbrennungsmotor. Er fährt dazu den Treidelpfad entlang, hält an, steigt aus, und während der Diesel seines Wagens fröhlich weiter nagelt, befreit er den zugewachsenen Meilenstein vom ihm umgebenden Grün. Damit - er braucht schon eine Weile - fertig geworden, wirft er das Mähgerät auf die Ladefläche (wo dieses nun weiter tuckert) und rollt weiter bis zum nächsten Stein, wo sich alles wiederholt. Kopfschütteln unsererseits. In Diou wechseln wir die Flussseite und stehen eine Stunde später vor dem Grand Hotel, gerade rechtzeitig zum Mittagessen. Hier wartet Kurbetriebs-Charme alter Schule auf den Gast. Nebenan gibt's ein Thermalbad, einen weitläufigen Park mit grossen Bäumen, alles ganz wie es soll. Wir buchen Vollpension und schlemmen in ideal leichter und raffinierter Französischer Küche. Wow! So macht Gastronomie Spass! Dass später beim Abendessen dann in der Küche die Alarmanlage angeht und das Personal minutenlang hilflos versucht, den ohrenbetäubenden Lärm abzustellen, trägt eher zu Erheiterung bei. Ausserdem schmeisst hier eine junge Bedienung mit Bravour und Finesse den ganzen Laden. Chapeau! Als ich am nächsten Tag meine Rechnung begleiche, staune ich ob der verhältnismässig klein ausfallenden Rechnung nicht schlecht. |
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Schaut trüb aus am heutigen Montag | |||||
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Auch heute gibt es wieder einen bestens zu fahrenden Treidelpfad entlang des Kanals | |||||
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Landschaftlich wird uns heute sowas geboten | |||||
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manchmal sieht's auch so aus | |||||
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Kurz vor Bourbon-Lancy dann plötzlich so | |||||
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Etwas Altstadt... | |||||
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...in Bourbon-Lancy | |||||
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Retro-Charme im Grand Hotel | |||||
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