Ja ist es denn die Possibilität? Hat man dergleichen schon gesehen? In die Badewanne unseres Hotelzimmers in Baumes-les-Dames hat man Lämplein integriert, die abwechselnd das ganze Spektrum des Regenbogens zeigen, kaum hat der Wasserspiegel in der Wanne ein gewisses Niveau erreicht. So gaukelt mir ein smaragdgrüner Farbton Meereswasser vor, einen Augenblick später scheine ich in scharlachrotem Blut zu schwimmen, bevor sich bei gelber Farbe wieder ganze andere Assoziationen aufdrängen. Da staunt der Laie...

Heute haben wir das modernste Zimmer der ganzen Reise ergattert, eine richtige Suite, erst vor kurzem renoviert. Alles ist comme il faut, alles vom Feinsten. Und irgendwie brauchen wir das auch, denn es lief heute nicht sonderlich gut. Das hatte mit dem Strassenverkehr zu tun: Baustellen auf der geplanten Route zwangen uns zu einem längeren Umweg, dann der einzige Stau auf der ganzen Reise (immerhin nur eine Viertelstunde lang) und einige kritische Verkehrssituationen, über die man nur den Kopf schütteln kann.

Eigentlich wollten wir noch einen stilvollen Abschied feiern, doch daraus wird nichts. Wir nehmen hungrig und püntlich um halb acht im Hotelrestaurant Platz. Der Kellner nimmt erst um acht die Bestellung auf. Unser Entrée kommt erst kurz vor neun. Wir fragen höflich nach, ob man uns den Hauptgang vielleicht dann doch etwas zeitnäher servieren könnte, zumal wir wirklich Hunger haben, nur ein paar Tische im Restaurant besetzt sind und hier niemand - und ganz bestimmt nicht der Koch - an Überlastung leidet.
 

Und schon wird man als Kulturbanause angesehen, der eben nichts von der französischen Küche versteht. Man liest es in den Augen des Kellners oder den übrigen Gästen. Meinetwegen. Wir finden, man kann es auch übertreiben mit dem Zelebrieren. Als der Hauptgang endlich serviert wird, bekommen wir schon fast nichts mehr hinunter. Auf das Dessert verzichten wir.

Wenn nach der Enttäuschung über das Abendessen wenigstens die Nacht gut gewesen wäre! Doch ich muss an dieser Stelle leider berichten, dass uns ein oder zwei Stechmücken vom Schlaf abhielten. Sowas kann einem auch auf die Nerven gehen! Ist halt dumm, wenn die Sprayflasche mit dem Mückenmittel kurz vor Reiseende leer geworden ist...

So ist dieser Aufenthalt in Baumes-les-Dames eher ernüchternder Natur. Das Städtchen selber ist ja durchaus sehenswert, wie ein Spaziergang kurz vor dem Abendessen gezeigt hat.

Am Morgen darauf packen wir ganz still und leise unsere Sachen und rollen gemächlich durch das Doubstal und durch's Franche Comté nach Basel, überqueren die Grenze und sind um die Mittagszeit zuhause in Zürich. Trotz allem war es eine schöne Reise, auch wenn das Wetter während der ersten zwei Wochen nicht mitspielen wollte.
 

 
       
   
Der letzte Etappenort...  
   
...Baumes-les-Dames.  
   
Noch ein Blick auf das Tal des Doubs.  
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