![]() |
||||||
![]() |
![]() |
![]() |
||||
| Es
ist nicht erstaunlich, dass es heute Nacht regnete. Schon als wir einschliefen
(mit den Hühnern) überzog sich der Himmel mit eindeutiger Bewölkung
und es kam starker Wind auf. Doch als wir heute aufstehen und packen (mit
den Hühnern) ist es trocken. Unser Frühstück beschränkt
sich auf Kaffee und Getreideriegel, weil es hier an Einkaufsmöglichkeiten
fehlt und Pingstmontag ist, und wir zudem nicht soviel Proviant dabei haben.
Aber wir sind hier ja nicht im australischen Outback, sondern nähern
uns dem Seenland und da gibt's bestimmt Restaurants oder Kioske oder Cafés
Heute trieft alles vor Nässe. Wolkenfetzen treiben sehr tief dahin, allerdings kommt auch die Sonne immer wieder mal kurz hervor. Wir geniessen die Fahrt durch die Wiesen und Felder, es ist ruhig, wir sind für eine lange Zeit recht alleine. Etwas später gibt's für eine Weilchen etwas Trubel, als wir an einem Sportplatz vorbeiradeln, an dem ein regionales Fussballmatch allerhand Publikum angelockt hat - und das schon so früh am Morgen. Dann bremst uns der Belag einer Naturstrasse. Wir kommen nur relativ langsam voran. Es ist, als ob der nasse Sand oder Lehm die Reifen regelrecht ansaugen würde. Das Ganze geschieht entlang des Nidau-Büren-Kanals, der von vielen hohen Gräsern gesäumt wird. Die blühen wohl gerade und entsenden, wie es eben so ihre Art ist, ihre Pollen eifrig in die weite Welt. Und weil auch ich ein Teil davon bin, spüre ich das prompt in Nase und Augen. Same procedure like every year! Bald finden wir eine schon geöffnete Gaststätte und holen unser Frühstück nach, wobei ich die Kellnerin mit meinen pollengereizten, blutunterlaufenen Augen wie ein Zombie anfunkle... |
Im weiteren Verlauf brauchen wir dann doch immer wieder mal die Regensachen, aber der Weg am Ostufer entschädigt für die unbeständige Witterung. Zwischen dem mit Pappeln gesäumten Seeufer, den reichhaltig und naturbelassen wirkenden Sumpfwiesen und dem Mischwald führt der Weg dahin. Wir überqueren ein Stauwerk, dessen schmaler Übergang und die Tiefe darunter mich vor ein paar Jahren scheuen liess wie ein bockiges Pferd. Heute geht es problemlos und ich schlage meiner Neurose ein Schnippchen. In Erlach gibt's nicht nur Pommes mit Ketchup, sondern auch eine Lagebesprechung. Auf der Landbrücke zwischen Bieler und Neuenburger See rechne ich mir Vorteile durch eine Abkürzung aus, erreiche aber gerade das Gegenteil: wir verirren uns und handeln uns ein paar zusätzlich Kilometer ein. Dafür regnet's wieder, das ist der Dank. Als wir wieder auf der offiziellen Route sind, müssen wir ein paar Steigungen erklimmen, bis wir das Örtchen Chevroux erreichen. Irgendwie ist es für heute genug, die Beine sind müde und hier gibt es einen Campingplatz direkt hinter dem Schilfgürtel am See. Es ist nicht so wohnzimmer-gepflegt wie gestern Abend, alles ein bisserl homogener und durchzogener, sprich: schlampiger und ungepflegter. Margrit treibt zur Krönung des Tages noch eine Flasche Burgunder auf. Wir spazieren nach dem Abendessen auf einer Mole entlang, die hundert Meter oder so in den See hinein gebaut ist. Der Panorama-Blick nach Norden und Süden ist atemberaubend: es tut sich eine ideale Hügellandschaft bei eindrucksvoller Beleuchtung auf. Wenn man will - und ich will - kann man die Agglomeration der Stadt Neuchâtel am gegenüberliegenden Ufer ausblenden. Dummerweise hab ich an diesem Abend den Fotoapparat nicht dabei, weil ich nicht mit der nun kommenen Wetteränderung rechnete - und so bleibt die Stimmung dieses Abends nur in meiner Erinnerung gespeichert. |
weiterlesen zurück zur Titelseite zurück zum Menue |
||||
![]() |
Die einzigen Farbtupfer des heutigen Tages... | |||||
![]() |
Sieht ncht gut aus | |||||
![]() |
Tja...damit muss man leben | |||||
| [ zurück zum Menü ¦ zurück zum Text ¦ weiterlesen ] |
|
|||||