| Vor dem Schloss Rigny-Ussé
gibt's ein Strassencafé und dort sitze ich eine Weile,
immer schön die beiden Räder im Blickfeld, und geniesse
sowohl die Kühle im Schatten der Bäume als auch die
Atmosphäre um mich herum. Ein paar Neugierige fachsimpeln
über die Federung in Margrits Delite und machen sich offensichtlich
Gedanken, wie man mit so einem Ding wie dem Flux überhaupt
fahren kann. Ich bestelle grad meinen zweiten Milchkaffee und
freue mich, dass ich wieder mal hier sitzen kann. Es ist noch
früher Vormittag und das Gros der Touristen wird erst noch
eintreffen, und, ach, es ist heute einfach alles stimmig und
rund. Margrit besichtigt das Schloss von innen und ich sitze
lieber hier und beobachte. Rigny-Ussé ist mir das liebste
von allen Loireschlössern und ich überlege mir gerade,
wie oft ich denn nun schon hier war. Da ich aber die unzähligen
Bretagnereisen in meinem früheren Leben als Autofahrer
(bei denen das Loiretal Transitstrecke war) in meiner Erinnerung
nicht mehr auseinander klamüsern kann, gelange ich zu keinem
Ergebnis. Was mich an diesem schönen Tag auch nicht wirklich
betrübt
Denn heute läuft's sehr gut. Sonnenschein, (noch) nicht
zu heisse Temperaturen, Malerische Cirruswolken am Firmament.
Als erstes sind wir heute wieder an die Loire geradelt, die
wir bei Bréhémont erreichten. Wie der Fluss
da in der Morgensonne vor uns liegt! Das ist schon ein Bild,
das man gerne mitnimmt. Bis Rigny-Ussé benutzen wir
die kleine Strasse auf dem Damm und teilen uns diese mit erstaunlich
vielen Radwanderern.
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Als Margrit von ihrer Besichtigungstour zurück kommt,
setze ich mich nochmals für ein Déja Vu-Foto auf
die Mauer mit dem Schloss im Rücken, bevor wir uns wieder
auf den Weg machen. Eigentlich war Saumur als Etappenort geplant
gewesen, doch wir wollen nicht schon wieder in ein Stadthotel
gehen, sondern eben lieber in einem kleinen Ort verweilen,
mit möglichst viel Grün um uns herum. Am besten
wäre ein Hotel mit Garten, Terasse oder Park. Und genau
das wird uns heute in Montsoreau vergönnt sein. Nachdem
wir um das Kernkraftwerk bei Avoine geradelt sind, die Vienne
überquert haben, und in Candes-St.Martin die Kirche besichtigt
haben, beenden wir den sportlichen Teil des heutigen Tages
mit dem kleinen Anstieg zum Hotel
Le Bussy, das direkt neben bzw. über dem Schloss
in Montsoreau liegt.
Das ist nun aber eine Unterkunft! Das Hotel selber ist zwar
- trotz sehr schönem Zimmer und rustikaler Atmosphäre
- gar nicht mal so ausserordentlich spektakulär, wohl
aber die Lage über dem Schloss und dem Fluss. Mit einem
grossen Garten (samt Gartenrestaurant), in dem wir selbstredend
den Rest des Tages verbringen. Also angenehmer kann man den
Nachmittag ja wirklich nicht vertrödeln (oh doch, kann
man
). Neben dem Chateau des Tertres in Onzain ist dieses
Hotel hier in Montsoreau mein zweiter Tipp an alle Geniesser...
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