| Erneut ein strahlend blauer
Morgenhimmel. Im Süden ist der Himmel mit Dutzenden von
Heissluftballons bunt gesprenkelt. Als wir zahlen, meint man
an der Rezeption, dass es heute noch regnen wird. Doch da ist
wohl der Wunsch Vater des Gedankens, denn man sehnt sich hier
wirklich angesichts der wochenlangen Trockenheit nach einem
ausgiebigen Landregen. Allerdings sieht's nicht so aus, als
ob dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen wird.
Zuerst gilt es heute, die paar Kilometer vom Standort des
Hotels am Rande eines Gewerbegebietes bis zur Loire zu radeln.
Unterwegs muss Margrit in einer Bäckerei unsere beiden
Sandwiches mit der Kreditkarte bezahlen, denn dort kann (oder
darf?) man auf unsere 100 Euro-Note nicht herausgeben. Tja...
Also dann rüber über den Fluss und raus aus der
Stadt und bei Mûrs-Érigné die D 751 genommen
und Richtung Westen gerollt. Da geht's nach Rochefort ein
Weilchen auf und ab - der Landstrich hier ist die Corniche
Angevine - und beim Ort La Haie-Longue kommt man an einen
Aussichtspunkt, der einerseits einen Panoramablick auf das
Flusstal bietet und andererseits mit einem Denkmal an den
Flugpionier René Gasnier erninnert, der hier anfangs
des 20. Jahrhunderts seine ersten Flüge absolviert hat.
Ein paar Kilometer weiter dann der zweite Panoramablick des
Tages, oben auf dem Kirchplatz in Montjean. Unten am Fluss
jedoch bereitet man sich für ein Schiffer- oder Fischerfest
vor. Jetzt, also um die Mittagszeit, ist es noch ruhig und
wir kommen noch gut durch. In zwei Stunden wird hier wohl
hektisches Treiben herrschen.
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Uns ist nicht so
danach, wir sind heute Festmuffel. Wir machen lieber,
dass wir vor dem grossen Ansturm aus dem Ort kommen. Auf
der kleinen D210, die wieder direkt am Fluss bzw. oben
am Damm entlang führt, herrscht relativ viel Autoverkehr.
Und wenn ich mich recht entsinne, war das auf der letzten
Reise auch schon so.
Angesichts des breiten Flussbettes mit den vielen Sandbänken
kommt Margrit der Fluss Niger in Mali in den Sinn. Und
irgendwie hat sie da gar nicht so unrecht. Und die Landschaft
ringsum erinnert immer noch an Spanien
an Estremaduro
oder so.
Wieder - ich wiederhole mich - ist es heiss bis zum Abwinken.
Hat denn das in diesem Sommer denn nie ein Ende? Bei St.
Florent le Vieil kann man es unten an der Loirebrücke
in der Sonne kaum aushalten. |
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Von hier an folgen wir wieder den "La Loire à
Velo"-Schildern und werden auf kleinen Strässlein
gen Ancenis geführt, wo wir ein Hotel, diesmal nicht
in Autobahn- sondern in Bahnhofsnähe gebucht haben. Das
Hotel ist in einem Areal untergebracht, das mit seinen einstöckigen
Gebäuden irgendwie an Shoppingzentren in Kalifornien
erinnert (falls sich jemand was darunter vorstellen kann).
Im Laufe des heutigen Nachmittages haben wir uns dazu entschlossen,
von Ancenis aus mit dem Zug an die Küste zu fahren, um
noch ein paar Tage am Meer zu verbringen. Wir hätte die
Loire eh bald verlassen, um Nantes südlich in weitem
Bogen zu umfahren und wir stellen bei uns eine gewisse Unlust
fest, nochmals zwei Tage durch ausgedörrtes Hinterland
zu fahren. So werden wir uns also heute Abend vom Fluss verabschieden.
Und das absolut gediegen und gepflegt: wir finden nämlich
ein hervorragendes Fischrestaurant unten an der Loire und
essen, gewissermassen als Einstimmung auf die kommenden Tage,
das erste Mal seit langen wieder einen Topf voll Muscheln.
Später waten wir bei einem kleinen Abendspaziergang sogar
noch ein paar Meter in den Fluten der Loire. Fluss, wir sehen
uns wieder!
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