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Sonntag, 23. August 2009

Von Les Ponts-de-Cé nach Ancenis (67 Km)

         
Erneut ein strahlend blauer Morgenhimmel. Im Süden ist der Himmel mit Dutzenden von Heissluftballons bunt gesprenkelt. Als wir zahlen, meint man an der Rezeption, dass es heute noch regnen wird. Doch da ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens, denn man sehnt sich hier wirklich angesichts der wochenlangen Trockenheit nach einem ausgiebigen Landregen. Allerdings sieht's nicht so aus, als ob dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen wird.

Zuerst gilt es heute, die paar Kilometer vom Standort des Hotels am Rande eines Gewerbegebietes bis zur Loire zu radeln. Unterwegs muss Margrit in einer Bäckerei unsere beiden Sandwiches mit der Kreditkarte bezahlen, denn dort kann (oder darf?) man auf unsere 100 Euro-Note nicht herausgeben. Tja...

Also dann rüber über den Fluss und raus aus der Stadt und bei Mûrs-Érigné die D 751 genommen und Richtung Westen gerollt. Da geht's nach Rochefort ein Weilchen auf und ab - der Landstrich hier ist die Corniche Angevine - und beim Ort La Haie-Longue kommt man an einen Aussichtspunkt, der einerseits einen Panoramablick auf das Flusstal bietet und andererseits mit einem Denkmal an den Flugpionier René Gasnier erninnert, der hier anfangs des 20. Jahrhunderts seine ersten Flüge absolviert hat.

Ein paar Kilometer weiter dann der zweite Panoramablick des Tages, oben auf dem Kirchplatz in Montjean. Unten am Fluss jedoch bereitet man sich für ein Schiffer- oder Fischerfest vor. Jetzt, also um die Mittagszeit, ist es noch ruhig und wir kommen noch gut durch. In zwei Stunden wird hier wohl hektisches Treiben herrschen.

 
 
Uns ist nicht so danach, wir sind heute Festmuffel. Wir machen lieber, dass wir vor dem grossen Ansturm aus dem Ort kommen. Auf der kleinen D210, die wieder direkt am Fluss bzw. oben am Damm entlang führt, herrscht relativ viel Autoverkehr. Und wenn ich mich recht entsinne, war das auf der letzten Reise auch schon so.

Angesichts des breiten Flussbettes mit den vielen Sandbänken kommt Margrit der Fluss Niger in Mali in den Sinn. Und irgendwie hat sie da gar nicht so unrecht. Und die Landschaft ringsum erinnert immer noch an Spanien…an Estremaduro oder so.

Wieder - ich wiederhole mich - ist es heiss bis zum Abwinken. Hat denn das in diesem Sommer denn nie ein Ende? Bei St. Florent le Vieil kann man es unten an der Loirebrücke in der Sonne kaum aushalten.


Von hier an folgen wir wieder den "La Loire à Velo"-Schildern und werden auf kleinen Strässlein gen Ancenis geführt, wo wir ein Hotel, diesmal nicht in Autobahn- sondern in Bahnhofsnähe gebucht haben. Das Hotel ist in einem Areal untergebracht, das mit seinen einstöckigen Gebäuden irgendwie an Shoppingzentren in Kalifornien erinnert (falls sich jemand was darunter vorstellen kann).

Im Laufe des heutigen Nachmittages haben wir uns dazu entschlossen, von Ancenis aus mit dem Zug an die Küste zu fahren, um noch ein paar Tage am Meer zu verbringen. Wir hätte die Loire eh bald verlassen, um Nantes südlich in weitem Bogen zu umfahren und wir stellen bei uns eine gewisse Unlust fest, nochmals zwei Tage durch ausgedörrtes Hinterland zu fahren. So werden wir uns also heute Abend vom Fluss verabschieden. Und das absolut gediegen und gepflegt: wir finden nämlich ein hervorragendes Fischrestaurant unten an der Loire und essen, gewissermassen als Einstimmung auf die kommenden Tage, das erste Mal seit langen wieder einen Topf voll Muscheln. Später waten wir bei einem kleinen Abendspaziergang sogar noch ein paar Meter in den Fluten der Loire. Fluss, wir sehen uns wieder!