Hey! So muss es sein! Wir übernachten heute im Hotel de Biencourt, das in einem ehemaligen Schulgebäude untergebracht ist. Zu Zeiten Napoleons drückten hier die Kinder von Azay-le-Rideau die Schulbank. Das Hotel ist vor ein paar Jahren erst neu eröffnet worden, liegt direkt in einer der Altstadtgassen und ist leider im Sommer die meiste Zeit ausgebucht, teilt uns der Besitzer mit. Das freut uns natürlich für ihn, denn die liebevolle Renovierung des Hauses wird nicht billig gewesen sein. Und wir sind glücklich, nach diesem anstrengenden Tagesabschnitt so stilvoll unterzukommen. Dafür schlagen wir heute kulinarisch einen eher einfachen Weg ein - Brot, Wein aus dem nahen Chinon und Käse aus hiesiger Produktion, auch davon kann man satt und glücklich werden. Aber vielleicht sollte ich auch noch von der heutigen Etappe erzählen...

Blauer Himmel. Sonne. Da zieht man gerne los. Von Chenonceau aus folgen wir einer Wegweisung nach Azay-le-Rideau und werden nach Francueil und zur D 80 geführt und dann ein kleines Tal entlang. Ein friedlich vor sich hinplätschernder Bach, ein paar Teiche, kein Autoverkehr. Das macht Spass. So geht das bis Luzillé, wo man automatisch an B. B. King denkt - die Gitarristen unter den Lesern wissen, was ich meine. In Luzillé verlassen wir die offizielle Wegweisung, klettern den Talrand hinauf und radeln auf "eigene Faust" gen Westen, über eine Ebene mit intensiven Getreideanbau. Der Himmel hat sich inzwischen mit Wolken überzogen und wir sind wieder mit einem heftigen Gegenwind konfrontiert, der sein Spielchen mit uns treibt.

 

Wenn es da nicht immer wieder mal Ablenkung gäbe, zum Beispiel in Form eines knallroten Klatschmohnfeldes, es könnte einem schier die Unlust packen. So geht das durch die Orte Sublaines und Cigogné bis nach Truyes, wo wir das Tal des Indre erreichen. Hier hat man inzwischen auch eine Radroute geschaffen: "L'Indre à velo". Wir folgen den Schildern und schauen uns das alles ein paar Kilometer lang an. Als der Weg auf der südlichen Flussseite mit einer heftigen Steigung aufwartet, wechseln wir bald auf die D 17, die nördlich des Indre nach Montbazon führt. Das beschert uns zwar mässigen Autoverkehr, aber wir finden dafür auch in Esvres eine Crêperie, denn es ist Essenszeit und der Körper meldet Bedarf an. Crêpes und Cidre - auf einmal kommt ein Schuss Bretagne mit ins Spiel.

Zur Weiterfahrt muss die Michelin-Karte gewechselt werden. Die "Centre" hat ausgedient, die "Pays de Loire" kommt nun zum Einsatz. Wir radeln durch Montbazon und ziehen uns die Regensachen an, denn jetzt will er halt doch seine Schleusen öffnen, der Himmel, der dunkle. Es sieht ja schon seit einiger Zeit danach aus. Weiter das Tal des Indre entlang. Leider gibt es hier bis zur Ortschaft Monts keine Alternative zur D 17, die hier recht verkehrsreich ist. Ab Monts wechselt man jedoch auf die kleinere D 84 und damit auch wieder auf die nördliche Flussseite, und ab hier wird es so richtig schön. Der Fluss, die kleinen Ortschaften mit ihren gepflegten Gärten, das saftige Grün, die Mühlen am Wasser, die weissen Lilien - nicht umsonst heisst die D 84 hier auch "Route de la Vallée du Lys".

 

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  Hier ist es noch schön gemütlich...  
           
    ...doch gleich...  
           
    ...fegt der Wind über die Ebene...  
           
    ...da braucht man was, um sich abzulenken  
           
    Die Schokoladenseite...  
       
    ...von Azay-le-Rideau  
       
    ...  
       
    ...  
       
    Der Innenhof unseres Hotels  
       
    So muss Frankreich!  
           
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