Jetzt sind wir schon eine Woche lang unterwegs. Wie auf unseren Radreisen fuhren wir nach dem Frühstück bis kurz nach Mittag durch die Gegend und übernachteten jeden Tag in einer anderen Unterkunft. Irgendwann braucht man jedoch auch seine Pausen- und Ruhetage, sonst verliert man die Lust am Herumziehen. Deswegen haben wir uns für ein paar Tage hier im Manoir de la Roche Torin eingemietet. Wir haben ein grosszügiges Zimmer, ebenerdig mit Terrasse und Blick auf den Mont St. Michel. Nach dem Frühstück laufen wir über die Salzwiesen zum Meer, besser gesagt zur Mündung der Sélune. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind angenehm warm, wir sitzen lang am Ufer und beobachten die Seidenreiher, die sich lauthals um die besten Plätze streiten. Wie können so schöne Geschöpfe so hässliche Stimmen haben?

Nachmittags machen wir einen kleinen Ausflug nach Genêts, das auf der anderen Seite der Bucht liegt. Hier habe ich vor vielen Jahren mal in der Jugendherberge übernachtet, die in einem ziemlich verwahrlosten Haus untergebracht war. Am morgen danach versperrte mir eine Ziege, die es sich auf dem Dach meines alten Ford Taunus bequem gemacht hatte, den Zugang zum Fahrzeug. Der Konflikt liess sich aber dann doch lösen. Die Ziege stieg ab und ich ein…

Der Ort hat sich seit damals sehr verändert, alles ist inzwischen sehr gepflegt, natürlich sehr touristisch. Wenn man sich schon auf dieser Seite der Bucht befindet, kann man auch mal einen der Aussichtspunkte aufsuchen und die andere Perspektive, die andere Sicht auf den Mont St. Michel geniessen.
 

Nachts bekommen wir heute Besuch von der Hotelkatze, die durch unsere offene Terrassentür herein schlüpft und es sich auf dem Bett bequem macht. Da waren wir wohl vorher etwas zu freigiebig mit unserer Streicheleinheiten.

Der Mont St. Michel rangiert von allen französischen Monumenten ganz weit oben, was die Besucheranzahl betrifft. Individualreisende und Reisegruppen aus aller Herren Länder schieben sich die engen Gassen hinauf zur Klosterkirche. Mir ist das Gedränge heutzutage einfach zu viel. Margrit ist dagegen etwas trubelresistenter als ich und wird von mir zum Mont St. Michel gefahren und etwas später wieder abgeholt. Ich widme mich in dieser Zeit in unserer Hotelanlage der mitgebrachten Literatur, was sich als gute Idee herausstellt. Mir gefällt sehr gut, wie der Klosterberg in die Landschaft eingebettet ist, und wie er bei wechselnden Licht- und Wetterverhältnissen wirkt, besuchen muss ich ihn dagegen erstmal nicht mehr.

Im Laufe des Nachmittags ziehen erneut dichte Wolken auf, und es fängt zu regnen an. Wenigstens waren uns eineinhalb schöne Tage vergönnt.

 

 
       
   
Endlich mal wieder schönes Wetter.  
   
Wattwanderer.  
   
Von Genêts aus...  
   
...mal ein anderer Blick...  
   
...über die Bucht.  
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