Von Neustadt an der Aisch nach Bamberg
73 Km
     
Die Ortschaften haben Namen wie "Seussling" oder "Sassanfahrt", ein Strassenname lautet "Herrnröte", was etwas Verschämtes, Peinliches an sich hat. Stört uns keineswegs. Eher die Streckenführung im letzten Teil dieser Etappe, die als "Bamberg (Talroute)" ausgeschildert ist. Dabei geht es eher am Rand des Regnitztales auf und ab durch oben genannte Dörfer. Eine Weile lang fährt man parallel zur lauten Bundesstrasse, erst als wir bei Pettstadt mit einer Fähre über die Regnitz setzen und uns am Main-Donau-Kanal im Gegenwind nach Bamberg schleppen, ist es wieder etwas entspannter. Bis auf den Wind natürlich.

Angefangen hat die Etappe völlig anders, nämlich mit Rückenwind. Am Ortsausgang von Neustadt ist die Entfernung nach Bamberg mit sechzig Kilometer angegeben, zusätzlich mit der Ausschilderung diverser regionaler Radrouten. Wir bleiben allerdings dem Aischtal-Radweg treu.

Das Wetter ist wieder schön geworden, der Regen ist Schnee von gestern. Geblieben sind jedoch die kühlen Temperaturen und frischer Wind. Man weiss nicht recht wie man sich kleiden soll, trotz Zwiebelprinzip. Legt man eine Schicht ab, friert man im Wind, lässt man sie an, wird einem in der Sonne ungemütlich warm. Bis Höchstadt läuft es heute sehr gut. Dort gibt es auch die erste Pause. Ab Adelsdorf wird es dann zuerst welliger, im weiteren Verlauf dann hügeliger. Eigentlich kein Problem, doch mit dem Wind, der zunehmend von vorne einfällt, wird es irgendwie mühsam.
  Am frühen Nachmittag kommen wir im Regnitztal an. Der Blick kann hier schön zu den Hügeln der Fränkischen Schweiz schweifen, die grünblau in der Ferne liegen. Wir verabschieden uns von der Aisch und schwenken nach Norden, ziehen noch bis Bamberg durch.

Dass man müde ist, merkt man auch an der schwindenden Konzentration. Als ich vor unserem Hotel meine Lenkertasche vom Rad nehme, fällt mir prompt meine antike Minolta auf den Boden und handelt sich zwei unschöne Dellen ein. Immerhin funktioniert sie noch.

Natürlich wandeln wir heute nach der Siesta noch durch Bambergs Gassen und Strässchen, die Stadt ist schliesslich ein Bijoux.  Im Café Müller essen wir nicht nur hervorragend, eine Zwei-Mann-Band baut auch grad ihr Instrumentarium auf und intoniert zum Soundcheck "The Year of the Cat" von Al Stewart. Warum nur werden heute keine so geheimnisvoll-schönen Songs mehr geschrieben? Eine Weile später kommen wir noch in den Genuss einiger Beatles-Songs, die eine Band auf dem Weinfest in der Innenstadt spielt.
   
Ein sonniger Aischtal-Morgen.  
Noch sind die Wolken nicht ganz verschwunden.
Den Störchen scheint es egal zu sein.
Blick über das Regnitztal.
In Bamberg wird relaxed...
...Bünde fürs Leben werden geschlossen...
...man trifft auf Postkartenmotive.
"...She's got a ticket to ride, but she don't care..."
Schönheit...
...und Sehnsucht.
Gebaut wird auch im Paradies...
 
 
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