Jetzt aber. Heute gehört sie uns. Natürlich nicht alleine, und auch nur für ein Stündchen. Als wir kurz vor halb neun mit nüchternem Magen vor den Toren der Mezquita warten, tun es uns andere Besucher gleich. Im Inneren des Gebäudes verläuft sich dann alles und es ist genauso ruhig, wie man es möchte. Fotos der Mezquita findet man im Internet zuhauf, und wir wissen, was auf uns zukommt. Doch als wir dann selber durch das Eingangsportal gehen, sind wir überwältigt. Es ist dunkel, die rot-weissen Rundbögen schimmern im Dämmerlicht, die Kerzen werfen ein rotes Licht. Man hat den Eindruck, durch einen Wald zu schreiten. Auch das schiere Ausmass der Säulenhalle, der Mix aus orientalischen und christlichen Elementen, der Zusammenprall der beiden Religionen... Allein wegen dieser einen Stunde hat sich für uns die lange Anreise und das zweitägige Warten gelohnt.

Nachher holen wir im Innenhof des Hotels Los Patios unser Frühstück nach. Natürlich Toast mit Tomaten und Olivenöl. Und wir kommen ins Sinnieren. War das jetzt schon der Höhepunkt unserer Reise? Was kann noch kommen? Ist das noch zu toppen?

Nach dem Frühstück wandern wir zum Bahnhof und organisieren uns ein Zugticket nach Sevilla. Denn das ist der nächste Programmpunkt auf unserer Reise. Am frühen Nachmittag sitzen wir in unserer "Stammkneipe" und essen erstmal die typische kalte Gazpacho Andaluz, um etwas in den Magen zu bekommen. Es wird einem schon was geboten hier. Rafael Crespo singt seine melancholischen Lieder, während seine Frau mit dem Hut herum geht und es auch noch schafft, mir zwei seiner CDs anzudrehen. Ein Win-win-Effekt für beide Seiten. Gleich daneben gibt es eine Tanz- und Schauspielschule. Hier werden die Eleven von ihren Müttern nicht im überdimensionierten SUV abgeholt, sondern mit der Vespa. Man sieht immer wieder junge Leute mit Schwerten und dicker Montur aus der Schule laufen, manche tragen Schaumstoffmatratzen. Fechten lernt man heutzutage also auch noch. Irgendwo habe sie hier wohl ihren Übungsort. Wie die das bei diesen Temperaturen auf die Reihe bekommen, ist mir ein Rätsel.
 
Der Tag in Farbe
 
Wir sind nicht die einzigen...
...die sich das nicht entgehen lassen wollen.
 
 
 
Auf...
...dem Weg...
...zum Bahnhof etwas moderne Architektur.
 
Ein letzter Abend auf dem Plaza de las Tendillas...
 
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