Ein paar Tage vor Reisebeginn haben wir im Fernsehen noch eine Dokumentation zur spanischen Geschichte gesehen, und in diesem Film gab es auch eine Sequenz über Trujillo. Von hier stammen nämlich die Brüder Hernandes und Francisco Pizarro - Konquistadoren, die im sechzehnten Jahrhundert mit an der Eroberung Südamerikas beteiligt waren. Nicht, dass ich diesen Herren besondere Sympathien entgegenbrächte, ich hab's nicht so mit dieser Sorte Menschen. Die gezeigten Bilder dieser Stadt waren jedoch so grossartig, dass wir hier reisen wollten.

Und Trujillo liegt nur etwa eine Busstunde entfernt. Am späten Vormittag kommen wir an. Ein ehemaliges Kloster wurde zum Hotel umfunktioniert und dort übernachten wir heute. Wir sind hungrig und machen uns gleich auf dem Weg zum Hauptplatz. Hier ist alles noch eine Spur provinizieller als in Cáceres. Die Verständigung mit Englisch war schon in Cáceres nicht mehr so einfach als in Sevilla - wir sind leider nur höchst rudimentär des Spanischen kundig - aber hier spricht nur die Dame an der Hotelrezeption ein paar Brocken Englisch. Nun, man kommt auch so durch. Wir finden auf dem Plaza Mayor ein Restaurant, essen ein erstaunlich gutes Menu, wobei die Vorspeise der Vorspeise, also gewissermassen der "Gruss aus der Küche" aus einem Miniatur-Cordon Bleu mit Pommes besteht.

Hinterher verschieben wir die Siesta etwas nach hinten und besichtigen die Stadt. Auf dem Hauptplatz steht natürlich ein Denkmal für Pizarro. Wir laufen durch die Altstadtgassen hoch zum Kastell, von wo aus man eine weite Rundumsicht hat: Die alte Stadt und die karge Landschaft im Hintergrund. Eigentlich möchte der Mensch hier noch gerne etwas länger verweilen, doch leider neigt sich diese Reise allmählich ihrem Ende zu. So sitzen wir abends in einem Restaurant auf dem Plaza Mayor, saugen die Atmosphäre in uns auf und beobachten das Leben hier, nehmen aber irgendwie auch schon Abschied. Obwohl wir erst in vier Tagen zuhause sein werden ist der Moment erreicht, wo sich auch wieder Gedanken an den Alltag einschleichen. Zuerst gibt es hier aber noch einen Aha-Effekt: Zu dem Abendessen, dass wir hier bestellen, gibt es laut Speisekarte auch ein Getränk gratis. Wir rechnen mit einem Kaffee am Schluss. Doch der Kellner bringt uns stattdessen eine Flasche Wein. Da wir vorher schon etwas getrunken hatten und nicht nein sagen konnten und wollten, addiert sich das alles etwas. So laufen wir dann doch etwas beschwingt nach Hause.
 
Der Tag in Farbe
 
Das ist Trujillo...
...
...Altstadtgassen...
Blick über die Stadt...
Oben beim alten Kastell...
 
 
Nochmals Altstadtgassen... 
Die Kids warten auf ihren Schulbus...
...und wir auf das Abendessen.
 
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