| Letzten Winter
litt ich unter einem heimtückischen Fotobuchfieber, gegen
das sich einfach kein Gegenmittel finden liess. Die einzig hilfreiche
Medizin, eine sofortige Radreise, war spontan nicht verfügbar,
also musste es durchlitten werden, bis es von selber wieder
abklingen würde. Die Krankheit ging nicht spurlos an mir
vorüber, sie forderte ihren Tribut: Mein Bankkonto war
etwas leichter geworden, das Bücherregal im Wohnzimmer
dagegen dementsprechend schwerer. Mein Immunsystem war immer
noch schwach und ich hatte keine Abwehrkräfte gegen die
Fluten der Erinnerung, die beim Betrachten der neu erworbenen
bunten Fotobände auf mich einstürmten. Oder so ähnlich.
Jedenfalls: Während draussen die Stadt im Nebel versank,
konnte ich mich an den Bildern diverser Frankreichreisen gar
nicht satt sehen. Die Lothringenreise. Der Trip von Zürich
nach Südfrankreich. Und natürlich unsere Touren im
Loiretal. Der Fluss im gleissenden Sonnenlicht. Die hellen Tuffsteinfassaden
und grau-blauen Dächer der Schlösser. Die gotischen
Kirchen. Und dann die Weine der Region. Glorreiche Zeiten waren
das. Und genau solche will man möglichst wieder erleben
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So wollen wir denn in diesem Sommer
erneut an der Loire radeln. Durchaus auch mal einige Städte
besichtigen, um die wir früher einen grossen Bogen schlugen.
Tours und Nantes beispielsweise. Und vielleicht auch noch,
gewissermassen als Krönung des ganzen Unternehmens, gegen
Ende der Reise die Füsse in die salzigen Wasser des Ozeans
strecken.
Beim Organisieren der Reise stellt sich heraus, dass Fortuna
auf unserer Seite ist, denn es gibt seit einiger Zeit die
Möglichkeit der Velomitnahme im TGV "Lyria",
der Paris recht nah an Zürich heran rücken lässt.
Weil auch noch ein anderes Monument, nämlich die Kathedrale
in Chartres auf Besichtigung wartet, soll also diese Stadt
im Westen von Paris der Ausgangspunkt unserer Sommerreise
sein.
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